(Dieser Beitrag enthält Werbung für Budget Deutschland. Budget hat uns für unsere Tour durch den Norden einen tollen Leihwagen zur Verfügung gestellt. )

Vorgestern erreichten wir die letzte Station unserer Reise durch den Norden: Schwerin, der Floh unter den deutschen Landeshauptstädten, mit unter 100.000 Einwohnern. Natürlich dachte ich in meiner unendlichen Großstadtignoranz: „Nun gut, Schwerin.“ Es ist nicht übertrieben, wenn ich sage, dass uns Schwerin umgehauen hat. Zunächst einmal die Stadt: hübsch, alt, verwinkelt, blitzesauber und freundlich.

So hübsch wie Weimar nur mit ganz viel Wasser und ohne Goethe. Schwerin.

Dann das unfassbare Schloss, das nicht irgendwo im Nirwana und Hinterland ist, sondern mittendrin. Zusätzlich gibt es überall Wasser. Der Schweriner See ist riesengroß und vom Rathaus fußläufig zu erreichen.

Wir haben eine kleine Stadtrundfahrt gemacht, weil meine Tochter tatsächlich noch weniger gerne läuft, als generell Kinder, die ungerne laufen. 😉 Am Schluss sind wir direkt am Seeufer durch das Villenviertel der Stadt gefahren und ich wollte sofort in eine der extrem hübschen Jugendstilvillen am Seeufer ziehen.

Familienidylle auf dem Lande

Nachmittags ging der Schweriner Zauber weiter, mit ganz viel Liebe. Wir hatten die für mich wirklich große Ehre, einen Geschäftspartner und seine Familie zu Hause besuchen zu dürfen.

Das Ehepaar Aust ist jung, hat drei Kinder und wohnt mit Haus und Garten auf dem Land bei Schwerin. Das wusste ich, aber was mir nicht klar war: Wie fröhlich so ein Sommertag bei einer Großfamilie verlaufen kann. Als wir ankamen, spielten bereits vier Kinder im Garten. Ich gesellte mich mit einem Kind dazu und obendrauf wollten noch zwei Nachbarskinder vorbeikommen. Bei uns sind sieben Kinder ein Kindergeburtstag, kein Sonntagnachmittag. Alle Kinder durften sich völlig frei und selbstbestimmt in Haus und Garten bewegen. Es wurde getobt, gebadet, gegessen und gespielt, ohne dass irgendjemand über die Stränge schlug. Über Stunden gab es trotz steigender „Stimmung“ nicht einmal Tränen. Claudia und Martin saßen völlig entspannt mit mir am Kaffeetisch und es gab köstliche, selbstgemachte Torte. (Wisst Ihr, warum ich so einen höllischen Respekt vor Menschen habe, die backen können? Wenn nicht, kann man das hier nachlesen.)

Multivitamintorte. Fast gesund, eigentlich.

Claudia servierte Erdbeerlikör aus ihren Gartenerdbeeren und niemand hat gebrüllt oder musste die Kinder in „Schach“ gehalten. Wenn ich jetzt noch von den Staren und Schwalben schreibe, die über die Terrassen flogen, mag der Eindruck aufkommen, ich hätte eine Art Vision von Bullerbü. Wie dem auch sei, wir haben uns auch noch richtig schön begrillen lassen und gelebt wie Gott in Frankreich.

Liebe ist das Ding

Wenn mich jemand fragt, was ich auf dieser Reise erfahren habe und ich wäre ein hochbezahlter Coach, würde ich rufen: “Liebe ist das Ding. Tschakkaaa!” Ohne Quatsch. Unsere Welt ist nicht so gruselig, wie man immer denkt. Wir leben in einem wunderschönen, sicheren und im Sommer sonnigen Land, voll mit netten Menschen. Klar gibt es Idioten, aber ich habe nach unserer Reise deutlich das Gefühl, die sind in der Minderheit.

Wir haben fast ausschließlich nette, fröhliche Menschen getroffen und viele liebe Blicke genossen, wenn wir laut Blödsinn machend durch die Gegend gezogen sind. Wenn Du lachst, lacht die Welt zurück. Es gab einen Angler, der sich die Zeit genommen hat, Anna etwas über das Fischen beizubringen- weil sie ihn gefragt hat.

Es gab einen LKW- Fahrer, der 760.320 Fischstäbchen transportierte und genau verstand, warum Anna so begeistert gewunken hat. Das war so süß. Er hat mit allem geblinkt, was zur Verfügung stand, als wir an ihm vorbei gefahren sind.

Wir haben eine Stunde darüber gesprochen, wie viele Fische man braucht für so viele Stäbchen. Weiß das jemand?

Anna hatte überall ein paar extra Pommes auf dem Teller 😉 und stets einen Zuhörer für ihre Geschichten. Mit jedem Tag der Entspannung war zwischen uns beiden immer mehr Liebe. Ich durfte wieder die alten Gute-Nacht-Lieder singen und sie hat mir ganz viel über ihre Gedanken erzählt.

Offene Haustüren sind wirklich ein tolles Erlebnis

Eigentlich flüchtige Bekannte, wie Doro in Kiel und Familie Aust in Schwerin, die ihre Häuser aufmachen und uns quasi als Teil der Familie aufnehmen – das ist auch so viel Liebe. Dafür kann man gar nicht richtig danke sagen, weil es ja nicht einfach ein Besuch ist. Es ist vielmehr das Gefühl, das man mitnimmt. Wieder einmal muss ich mich an die Nase fassen und mir überlegen, warum ich denn so häufig in Hektik verfalle. Wieso kann ich nicht etwas entspannter sein? Doro sagt, ich sollte mit Yoga beginnen. Vielleicht ist es das. Ich werde es testen. Auf jeden Fall scheint Liebe irgendwie das Gegenteil von Eile zu sein. Zeit für Menschen und Blicke. Zeit, um zu lächeln. Zeit, um Kindern zuzuhören. Na, ich höre mal auf zu schreiben, bevor es doch noch Astrid Lindgren wird. 🙂

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