Diät ? Das läuft. Ich bin echt erstaunt – keines meiner Themen hat jemals eine breitere Aufmerksamkeit auf sich gezogen, als mein Artikel über das Fettsein. Ich schreibe über Prinzessinnen-Kult, PMS, Doppelmoral, Super-Mütter und ziehe über Männer her. Was weckt tatsächlich mein gesamtes Umfeld? Vor allem die Menschen, die mich im echten Leben kennen? Der Text über meinen dicken Arsch und die Berichterstattung über die Diät.

Wisst ihr was? Ich kann das verstehen. Das Thema lässt einfach die wenigsten von uns kalt. Früher dachte ich immer, nur die Dicken haben zu kämpfen, aber das ist Quatsch. ALLE kämpfen. Manche Menschen ständig, andere intervallweise – das Fett hat uns alle im Griff. Wie dem auch sei, ich habe sehr viel Zuspruch bekommen, unfassbar viele Menschen, die meinen offenen Umgang mit dem Thema gut finden. Das freut mich. Die vielen Fragen, die täglich bei mir auflaufen, wie es denn läuft, verblogge ich Euch heute mal.

Ich saufe wie eine russische Hafennutte

Nur halt Wasser statt Wodka. Das nervt, aber mein Körper scheint ständig Wasser einzulagern und das Internet sagt, ich muss trinken. Problematisch finde ich, dass die Bewässerung, die tagsüber stattfindet, offensichtlich nachts zur ENTwässerung führt. Aber Schlaf wird ja auch überbewertet.

Von wegen jedes Böhnchen gibt ein Tönchen… Mein Programm heißt: Jedes Gläschen drückt aufs Bläschen!

Ich bin gestolpert und habe mich wieder aufgerappelt

Der Geburtstag meiner Tochter – mit Kuchen, Leberkäse und reichlich anderen Störungen in meinen Routinen – hat dazu geführt, dass ich danach drei Tage lang depressiv auf der Couch lag. Und weil das so schön ins Klischee passt, habe ich dabei gegessen. Scheiss auf Diät. Ich Depp. Wie blöd kann man eigentlich sein? Ich beobachtete mich selbst in einer rasanten Abwärtsspirale: Mit jeder Stunde dieses destruktiven Verhaltens wurde ich trauriger und enttäuschter von mir. Es kostete mich unfassbar viel Kraft, nach drei Tagen eine mentale Vollbremsung zu machen. Aber hey – mit leicht verbeultem Krönchen bin ich wieder zum Sport gegangen und habe mir wieder einen vernünftigen Essensplan gemacht!

Ja also DAS Krönchen sieht wirklich verbeult aus! 🙂

Was machst du eigentlich, um abzunehmen?

Dazu habe ich ganz besonders viele Fragen von meinen Leserinnen bekommen. Fand ich lustig – als wären es verschiedene Glaubensrichtungen: Bist du weight watchers, low-carb oder paleo? Nee du, ich bin Anke. Ich kenne alle Diäten der Welt persönlich und habe ihnen schon lange abgeschworen. Ich bin total old school und zähle tatsächlich Kalorien. Die trage ich total modern in eine App ein. Ich kenne meinen Grundumsatz und esse weniger Kalorien, als ich in totaler körperlicher Ruhe verbrenne. Sport mache ich, weil es mir Spaß macht, so oft es meine Zeit erlaubt. Ich rechne die verbrauchten Kalorien nicht aus, weil ich mich bewege, um Spaß zu haben. Es gibt einen Haufen Menschen, die schwören auf das eine oder andere System – macht das gerne, aber ohne mich!

Der Jojo ist kein Effekt, dem ich hilflos ausgeliefert bin

Es gibt viele, die sagen, ich würde viel, viel zu wenige Kalorien zu mir nehmen. Das sind so in etwa 1000 Kalorien am Tag, manchmal 1200. Diese Menschen prophezeien mir, dass mein Stoffwechsel „runterschaltet“ (was ich mir so rein biologisch nicht vorstellen kann) und ich einen gemeinen Jo-Jo-Effekt erleben werde. Ich glaube nicht daran, weil ich eines noch viel besser kann als abnehmen: wieder zunehmen. Da bin ich wirklich sehr erfahren! Nach jeder Diät habe ich wieder zugenommen, weil ich in den alten Lebensstil zurückgefallen bin. Nicht weil mich ein Stoffwechsel-Jo-Jo-Effekt erwischt hat. Ich habe wieder aufgehört, mich regelmäßig zu wiegen, und habe nicht auf Essen und Trinken geachtet. Sport fiel dann irgendwann auch weg, wenn ich die ersten Pfunde wieder drauf hatte und alles anstrengend wurde. Wenn ich versucht habe, mit richtig reichlich bemessener Kalorienmenge abzunehmen, also z. B. 1500 Kalorien am Tag, dann habe ich so langsam abgenommen, dass es mir sehr schwerfiel, motiviert zu bleiben. Wenn es purzelt, ist das echt einfacher für mich. Den einzigen Rat, den ich für mich annehmen wollte, war, einen Tag in der Woche einzulegen, an dem man mal richtig satt und mit Leibspeisen isst. Cheating-Day quasi. Das tut mir gut! Ihr seht, mir lieb gemeinte Tipps zu geben, ist fast immer vergebene Liebesmüh. Ich mag keine komplizierten Wissenschaften rund um meine Ernährung mehr. Die habe ich einfach zu lang befolgt- ohne dauerhaften Erfolg.

Sieht nicht nach Hunger und Mangelernährung aus, oder?

Zucker ist ein blödes Arschloch, Alkohol ist nicht viel netter

Warum? Mal echt: WARUM? Kann nicht Zucker einfach gesund sein? Kann ich nicht Zucker essen, anstatt Wasser zu trinken? Ich kann leider nicht „ein bisschen Zucker“. Das Zeug macht mich fertig und löst üblen Heißhunger aus, sowie ich einige Krümel davon sehe. Der einzige für mich mögliche Weg ist, selbst an „Cheating-Tagen“ einfach zuckerfrei zu leben. Sogar Obst ist meist zu süß für einen kranken Kopf wie meinen. Das finde ich zum KOTZEN. Wo kann ich mich da mal beschweren?

Auf Alkohol verzichten fällt mir zum Glück relativ leicht. Ich bin Wirkungstrinker. 😊 Soll heißen, es gibt Anlässe, da lasse ich es krachen – aber ich brauche keinen Wein am Abend vor dem Fernseher. Gott sei Dank.

Wer Kochen mag, ist klar im Diät – Vorteil

Ich habe einige Diätprodukte getestet. Das Essen war gruselig, die Kalorienwerte für den schlechten Geschmack zu hoch, die Portionen für mich zu klein. Diese Defizite probierten die Diätprodukte durch einen besonders hohen Preis auszugleichen. Leute, geht’s noch? Ich dachte, das geht schnell und erspart mir viel Getüddel, aber mittlerweile bin ich heilfroh, dass ich kochen kann. Ich denke mir etwas aus, das aus kalorienarmen Zutaten gemacht ist. 35 Jahre Diäterfahrungen bringen ein sehr umfangreiches Wissen über die Energiedichte von Lebensmitteln mit sich. 😉 Manchmal sind die Ergebnisse echt köstlich, manchmal geht‘s so. Aber immer werde ich richtig satt und bin zufrieden. Den Kaloriengehalt meiner Gerichte ermittle ich durch Abwiegen und Ausrechnen mit der App. Aber nie überpenibel, sondern immer locker vom Hocker. Ich bin nicht krank, ich bin fett.

Und was machst du, wenn du Hunger hast?!?

Äh … essen? Das wurde ich gefragt, echt. Aber ich habe es nicht verstanden. Es geht mir nicht darum, meinen Körper zu bekämpfen, sondern leichter zu werden. Richtig kämpfen muss ich ja sowieso schon mit meinem Kopf. Wenn ich Hunger habe und keine Mahlzeit geplant ist, dann trinke ich ein Glas Wasser. Hilft das nicht, esse ich Gemüse-Rohkost. Wenn ich darauf keinen Hunger habe, dann habe ich keinen Hunger. Unterwegs wird es manchmal kompliziert – ich bin nicht so die Tupperdosen-Fee. Aber es gibt immer irgendwo einen Apfel zu kaufen.

Gibt ja genug lecker Sachen zu kaufen, die gegen Hunger einsetzbar sind 🙂

Bisher habe ich circa 13 Kilo abgenommen. Ich fühle mich viel wohler. Sport läuft von Woche zu Woche besser, weil das einfach mehr Freude macht, wenn man leichter ist. Ich möchte es bis Ende November weiter durchziehen – bis dahin sollen insgesamt 20 Kilo weg sein. Und im Dezember mal vier Wochen Gewicht halten. Erst im neuen Jahr weiter machen. Das Gewicht zu halten, muss ich echt trainieren, weil ich das einfach noch nicht hinbekommen habe.

Also drückt mir weiter die Diät – Daumen! Ich bin noch lange nicht fertig.

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