Von Zeit zu Zeit ist das Leben so doof, dass man sich die Decke über den Kopf ziehen möchte!

Manchmal brauche ich zwischen Familie und Selbstständigkeit einen Atemzug allein. Manchmal geht mir das Leben so sehr auf den Zeiger, dass ich befürchte durchzudrehen. Noch mehr Angst habe ich davor, meine Dankbarkeit zu verlieren. Denn an sich geht es mir schon saugut! Wir sind gesund, haben eine schöne Wohnung und keine großen Sorgen. Im Laufe meiner fünf Jahre als Mutter habe ich einige Strategien getestet und entwickelt, um in diesen Situationen der Enge wieder an Luft zu kommen.

Eiscreme hilft (allein genossen) leider immer. Es ist faszinierend, welche Wirkung Eiscreme auf mein zentrales Nervensystem hat. Was ist denn da drin? Keine andere Süßigkeit kann mithalten, aber so ein Becher Eis auf der Couch vor dem Fernseher wirkt sehr zuverlässig. Wenn ich Becher sage, dann meine ich Familienpackung. Leider kein so guter Plan.

Wundermittel mit Nebenwirkungen. Fragen Sie weder Arzt noch Apotheker. Einfach rein damit!

Zigaretten und Alkohol wirken auch sehr gut, die möchte ich aber aus Gründen der Political Correctness nicht lobpreisen. Hallo, ich bin Mutter und es ist das Jahr 2018. Da schreibt man doch nicht, dass eine Zigarette und ein Gin Tonic meinem Mann schon öfter mal das Leben gerettet haben. Geht doch nicht. It´s ungesund. Don’t try this at home!

Ja also hier schlimm Leute. Geht gar nicht. Trinken, rauchen, fluchen, Zucker alles ganz schlimm. Lieber mal Yoga oder so!

Am liebsten sind mir in solchen Momenten kinderlose Freunde, mit denen man einfach mal über den Tod von Rex Gildo sprechen kann, über die Bayreuther Festspiele oder darüber, ob Markus Söder wohl Kruzifix-Bettwäsche hat. Irgend so was. Stundenlang über alte Geschichten lachen: „Weißt du noch, als du mit diesem Typen zusammen warst, der wegen seiner Halsschmerzen geheult hat? Erzähl doch noch mal die Geschichte, wie du ihn zu seiner Mutti nach Hause geschickt hast.“ Herrlich. Nach diesen Gesprächen ist die Seele auf null gesetzt, das Leben ist heller.

Freundschaft ist eine echte Superkraft!

Ab ins Wasser. Unter Wasser ist es so schön ruhig. Selbst wenn jemand etwas von mir wollte, ich würde es nicht hören. Jetzt im Sommer schwimme ich im See, morgens. Da ist wortwörtlich kein Mensch. Ab und zu springt ein Fisch aus dem Wasser und schnappt sich eine Mücke oder eine Ente quakt. Wenn ich besonders unter Druck bin, schreie ich so eine Quakente schon mal an: „Halt den Schnabel!“ Das tut gut. Ist ja sonst gesellschaftlich schwierig, die großen Quaker anzubrüllen. Die Enten sehen mich wissend an und verzeihen mir. Da bin ich sicher.

Eines Tages segle ich mit den Enten in den Sonnenuntergang.

Wenn es am Wochenende zu viel wird, täusche ich schon mal einen Mittagsschlaf vor. Wenn ich mich „kurz“ hinlege, wird das erstaunlicherweise von Mann und Kind akzeptiert. Natürlich kann ich nicht immer schlafen, aber wenn ich merke, dass einer der beiden ein Auge ins Schlafzimmer wirft, dann schnarche ich so überzeugend, dass sie flüsternd wieder abziehen. Ich weiß gar nicht, was entspannender ist: Allein im Bett zu liegen oder die diebische Freude darüber, dass mir offensichtlich keiner diesen Betrug am Familienleben zutraut. Hehe.

*chchchzzz*

Es hilft mir manchmal, auf zwei Stunden Schlaf zu verzichten. Ja, das klingt völlig verwirrt. Wenn man überlastet ist, sollte man doch schlafen. Aber wenn ich in den frühen Morgenstunden aufwache und die Familie noch schnarcht, dann schleiche ich manchmal mit einem Kaffee ins Wohnzimmer. Entweder sitze ich nur da und starre Löcher in die Luft oder ich schreibe. So einen Quatsch wie den hier. Das tut mir gut und ich bin übrigens noch bei jedem Text, den ich schreibe, ganz gierig darauf, dass ich Feedback von Lesern bekomme. Das ist mein Sahnehäubchen.

Nein, genau so sieht das nicht aus. Morgenstund ist superbunt!

Kartoffeln oder Spargel schälen ist für mich pure Meditation. Genau wie bei Meditation muss ich dafür bereit sein, aber wenn ich mich darauf einlasse, entspanne ich total. Natürlich liegt das nicht am Gemüse an sich, sondern an der Handarbeit. Man sieht die Leistung, konzentriert sich auf das Werkstück und schaltet den Kopf aus. Mir geht es auch bei anderen Handarbeiten so. Ich nähe und stricke zum Beispiel gerne, aber irgendwie fehlt mir dazu die Ausdauer. Im Vergleich zu einem dicken Norwegerpulli, der 400 Stunden Arbeit und 200 € Investition in Wolle mit sich bringt, ist ja so ein Kilo Kartoffeln schnell geschält und günstig. Eine Kartoffel wärmt auch – von innen.

Super Sache. Kommt gerne mal vorbei, vielleicht ergibt sich ja ein “Schäler Fan Club”

Es gibt Tage, da geht mir ALLES derart auf den Zeiger, dass ich sogar den Paketboten dumm mit der Post für die Nachbarn dastehen lassen möchte, weil ich das Gefühl habe, dass alle Welt etwas von mir will. Da hilft es mir total, wenn ich mal zur Kosmetik oder zum Friseur gehe, mich „betüddeln“ lasse und hinterher runderneuert Kaffee trinke.

Kann ich noch etwas für Sie tun? Ja, bringen Sie mir doch ein neues Leben

Online-Shopping ist eine hervorragende Methode, um zwischendurch mal Dampf abzulassen. Leider hat diese Methode üble Nebenwirkungen. Ich brauche immer irgendwas. Nein, falsch: Ich brauche nichts, aber finde immer irgendwas. Leider. Eine Zeit lang habe ich jedes Mal eine Handtasche gekauft, wenn ich mich blöd gefühlt habe. Aber mehr als vier Taschen kann man auf einmal ja auch nicht tragen – dann sind im Schrank immer noch zehn Stück. Doch das Aussuchen, Abwägen und Durchscrollen, dann das Zögern und Zaudern, bis man auf den „Kaufen“-Button klickt, das ist Nervenkitzel pur. In wenigen Tagen packt man aus und ist begeistert – oder auf dem Weg zur Post. Rücksendung kostet ja nichts. Tolles System. Am Ende quellen die Schränke über und das Konto ist leer. Vorratsdosen haben wir reichlich seit ich keine Handtaschen mehr kaufe. Nun gut.

Ja ich hab genug. Aber die ist doch süß, oder? Vielleicht sollte ich die doch noch bestellen.

Was ist Eure Strategie? Das würde mich wirklich interessieren. Was tun Muttiglück-Leserinnen, wenn das Leben mal zum Kotzen ist? Raus damit!

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