Ein Gespräch mit meiner Tochter (5) über das für sie ideale Heim habe ich aufgeschrieben. Über die Automatisierung unseres Alltags in der Zukunft. Ob wir wohl in fünf, sechs Jahren gemeinsam darüber lächeln oder ob sie einfach Recht behält und das genau so kommt? Ich erinnere mich an ein Gespräch in meiner Schulzeit (ca. 1987), da unterhielten wir uns über das Jahr 2000. Ein Mädchen sagte, dass wahrscheinlich jeder Mensch einen kleinen Computer in der Tasche haben wird. Alle lachten sie aus … Ob sie wohl heute als Medium oder Zukunftsforscherin arbeitet? Sandra, wenn Du das liest, bitte melde Dich, Du Hellsichtige!

Das Gespräch mit Anna hat mir verdeutlicht, dass meine Angst vor Automatisierung, wie sie mit Alexa und Co. derzeit begonnen wird, wirklich lachhaft ist. Die Ingenieurin von morgen ist da viel konsequenter. Der Trend geht ganz klar zu Bequemlichkeit vor Selbstbestimmung und Datenschutz! Begonnen hat unser Gespräch wie so oft mit dem Thema „Essen“. Ich beklagte mich darüber, dass ich keine Lust hätte, für den Abend Pudding zu kochen, am Sonntagmorgen.

Anna: Wenn wir in der Zukunft wären, müsstest du nicht mehr Pudding kochen! Du müsstest gar nicht mehr kochen!

Mama: Das ginge automatisch, oder was? Erklär mir das mal!

Anna: Also im Wohnzimmer hängt so ein Lautsprecher, in den sagt man, was man essen will. Zur Auswahl gibt es alle Sorten Pudding von der Welt und alle Sorten Eis von der Welt und Schokolade!

Mama: Keine Würstchen, Pfannkuchen, Pizza?

Anna: Doch, alles halt. Man sagt es in den Lautsprecher und dann kommen kleine Quadrocopter angeflogen, die bringen einem das Essen! Dir auch diese komische Chinesensuppe und dem Papa Steak oder Schweinebraten und Lasagne!

Mama: Wie cool, kann man auch Süßigkeiten bestellen?

Anna: Mama, ich bitte dich. Süßigkeiten fallen in der Zukunft einfach von der Decke, wenn man sie will. Aber es gibt noch viel mehr. In der Wohnung da fliegen Hände rum und die bügeln oder räumen auf! Und es gibt eine Waschmaschine, die in einer Minute die Betten wieder frisch macht. Die Wäsche wäscht und das Bettlaken wieder drauf macht.

Mama: Ist ja der Hammer. Was macht Papa dann das ganze Wochenende, wenn er nicht mehr waschen muss?

Anna: Was er will, mit mir LEGO bauen zum Beispiel. Zum Rasieren braucht er auf jeden Fall nicht mehr viel Zeit. Er geht ins Bad, da fliegen Hände rum mit Rasierern, die machen das für ihn.

Ein Blick zu meinem Mann zeigte mir einen schüttelnden Kopf und vor Angst weit aufgerissene Augen. Vielleicht doch nicht so easy die Automatisierung der Zukunft?

Mama: Hm, automatische Staubsauger, gibt’s ja zum Beispiel schon. Gibt es noch andere Spezialräume außer dem Rasierraum?

Anna: Das Bad ist automatisch. Da gehst Du angezogen rein und kommst sauber und trocken wieder raus. Mit Händen, die Waschlappen dran haben, und Föhnen, die dich trocken pusten.

Mama, grinsend: Wie eine Menschenwaschanlage? Toll. Gibt es auch so rotierende, große Bürsten?

Anna: Äh Mama, du willst mich wohl veräppeln. Die großen Bürsten gibt es nur für Menschen, die Benzin trinken. Oder für Autos.

Mama: Wenn denn überall Hände rumfliegen, wie ist denn sichergestellt, dass die einem nicht gegen den Kopf fliegen?

Anna: Muss ich dir erklären, wie Fledermäuse das im Dunkeln machen? Du fragst ja nur so doof, weil du das wieder aufschreiben willst. Kannst du gerne. Aber richte den Leuten, die das lesen, aus, dass Aufräumen wirklich ätzend ist und dass da langsam mal jemand was erfinden sollte. Etwas, damit Kinder nicht so viel machen müssen.

Ach ja, ich habe noch was vergessen. Es gibt einen Raum, da kann man hingehen, wenn man kuscheln will. Da sind Katzen und Pandabären. Die magst du doch besonders, Mama?

Mama: Stimmt, aber warum braucht man in der Zukunft einen Raum zum Kuscheln? Wir können doch auch überall kuscheln?

Anna: Es gibt aber auch Leute, die alleine leben, Mama. Die drückt keiner. Kann ich mir gar nicht vorstellen, wie das ist. Ich dachte mir, so ein Raum mit Katzen und Pandabärchen wäre da sehr praktisch in der Wohnung der Zukunft. Dann ist keiner mehr ganz alleine.

Ganz schön viel Weisheit, die in einer Fünfjährigen steckt, dachte ich mir. Wie dem auch sei. Ich wurde beauftragt, an dieser Stelle dazu aufzurufen, dass endlich mal jemand was erfindet, damit Kinder nicht mehr so viel aufräumen müssen. Wie heißt der neueste Minister für Wissenschaft? Wäre das nicht mal ein Zukunftsprojekt? Fällt Euch etwas ein, was ihr Anna sagen wollt über die Zukunft? Schreibt es ihr in die Kommentare, ich lese wie immer ALLES vor!



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