Kaputt? Egal – wir kaufen ein Neues.

Wir wollen unserem Kind ja viele Dinge mit auf dem Weg geben, Respekt, Treue, Werte… und da wären wir bei einem für mich persönlich ganz wichtigem Thema. Werte. Die Wertigkeit von Gegenständen wird ja bekanntermaßen häufig von Kindern unterschätzt, solange man das Geld um Gegenstände zu kaufen nicht selber verdienen muss und das Zahlenverständnis sich noch in Grenzen hält. Verstärkt wird das natürlich von vielen Eltern, die ihrem Kind nichts abschlagen können. „Was, das hast Du kaputt gemacht? Sei nicht traurig, wir kaufen morgen ein Neues.“ Bei solchen Aussagen “kotze ich innerlich im Strahl” – sorry für meine etwas rüde Ausdrucksweise. Den Kindern an sich, kann man natürlich keinen Vorwurf machen, für sie ist es einfach die logische Konsequenz. Kaputt -> neu kaufen. Ja auch unser Sohn dachte, dass man ja einfach nur mit der Geldkarte zur Bank muss um Geld holen. Und das Konto ist ein „Tischlein deck Dich“ und niemals leer.

Taschengeld sparen

Da Paul eine unglaublich hohe Zahlenaffinität hat und schon mit 4 angefangen hat zu rechnen, haben wir ihm mit 5 ein tolles Taschengeldspiel gekauft. Das hat sein Interesse für Geld erheblich gesteigert. Und das war für uns die Chance, ein Taschengeld einzuführen. Zu jedem Wochenstart gab es einen Euro. Wir hätten das Geld so oder so für ihn ausgeben, wieso dann nicht gleich als Taschengeld? Gleichzeitig haben wir damit begonnen, dass Paul das Geld für aussortierte Spielsachen, die verkauft werden dürfen, auch für neue Spielsachen sparen darf.

Der Sparplan

Er beschloss sofort, auf das „Schiff des Unglücks“ aus seiner Lieblingsserie zu sparen, dafür habe ich einen Sparplan entworfen. Für jeden Euro den er gespart hatte, konnte er dann einen Smiley einkleben. So konnte er den Sparfortschritt sehen. Um den Sparplan nicht zu hoch anzusetzen, haben wir das Schiff vorab zu einem guten Preis heimlich besorgt.

Es hat sich eine richtige Spar-Euphorie entwickelt. Es konnten so auch einige Dinge für den Verkauf aussortiert werden, nun hatte das Aussortieren ja einen Anreiz. Es gab Kohle für was Neues. Er wollte sogar seine Schwimmflügel verkaufen, weil er ja schon zwei Schwimmzüge frei machen konnte…. Alles in Allem war der Sparplan ein echtes Highlight. Und mit ein paar Sonderaufgaben, wie herunter gefallene Äpfel im Garten aufsammeln, konnte er sich ab und zu auch mal ein kleines Extra Geld verdienen (50 Cent).

Als das Sparplan SOLL erreicht war, legte ich das Paket vor unsere Türe, damit er es im Hausflur finden konnte.

Es war unglaublich toll zu sehen, wie er sich freut und wie stolz es ihn machte, dass er sich das Geld ganz alleine angespart hat. Nach nur zwei Stunden, hatte ICH das Schiff dann auch aufgebaut…

Im Gegensatz zu anderen Kindern, geht Paul auch mit seinen Sachen viel vorsichtiger um. Ich denke ein bisschen liegt es auch daran, dass er den Wert nun eher begreift. Paul würde sogar auffallen, wenn ein kleines Teil an seinem „Schiff des Unglücks“ fehlen würde. Ich bin sehr stolz, dass wir einen kleinen Teil dazu beitragen konnten, dass er Dinge die er besitzt mehr zu schätzen weiß.


Dieser tolle Mutti Hack stammt von Simone Hanika aus Ingolstadt, Betreiberin des moments-kreativatelier 

Danke, Simone!

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