Mir ist nichts mehr peinlich…

Mutter sein härtet ab, man erlebt peinliche Dinge, wie mit einem vollgekackten Baby an der Kasse zu stehen und sagt Sätze wie: „Wir lecken keine Fahnenmasten ab“ irgendwann mit Leichtigkeit. Alle Eltern haben sie drauf, diese Geschichten aus der Hölle und alle Eltern können sich wechselseitig darüber schlapp lachen. Wann hat man, bevor Nachwuchs da ist, schon Gelegenheit zu fühlen wie warme Babykotze langsam in den BH läuft? Welcher kinderlose Mensch hat sich schon damit befasst zu erklären, dass man mit Hundehaufen besser nicht spielt? Was hätten wir alle zusammen verpasst, ohne peinliche Erlebnisse wie spontan auf Schwiegermutters neue Couch pinkelnde Kinder?

Meine Tochter ist jetzt 5 Jahre alt und ich freue mich darüber. Die peinlichen Momente werden seltener und manchmal ist sie mir schon zu erwachsen. Gerade der richtige Zeitpunkt, um die Top fünf der peinlichsten Eltern Momente meines Lebens noch einmal zusammen zu fassen, weil ich denke da wird nicht mehr viel kommen, was das toppen kann. Die Reihenfolge ist chronologisch, weil man Peinlichkeit so schlecht priorisieren kann. 😊

Der peinliche Zwischenfall mit der Autotür

Ich war, schon bevor ich schwanger wurde, eine ziemlich runde Frau die ein wenig Platz braucht. Als in mir dann ein riesiges Kind zu wachsen begann, nahm ich derart ausladende Formen an, dass das normale Leben manchmal schwierig wurde. Niemals werde ich den Tag vergessen, als ein Vollhorst sehr knapp neben der Fahrertür unserer alten A-Klasse parkte. Er hat den Abstand wahrscheinlich für einen Menschen mit normalen Ausmaßen kalkuliert… Ich versuchte trotzdem ganz tapfer einzusteigen, auch weil sich diese Szene auf einem gut gefüllten Supermarktparkplatz abspielte. Wenn der Hintern im Auto war, schaute der Bauch noch raus und umgekehrt, in sicherem Abstand sammelten sich Schaulustige. Nach 4 erfolglosen Versuchen brach ich ab und beschloss, ganz locker und souverän durch die Beifahrerseite einzusteigen. Gesagt, getan. Nach nur 10 Minuten hatte ich es geschafft in dem winzigen Auto die Beine über die Mittelkonsole zu bekommen und den wirklich riesigen Bauch zwischen Radio, Sitz und Lenkrad durchzuquetschen. Nass geschwitzt und mit hochrotem Kopf, habe ich in rasantem Tempo diesen Parkplatz verlassen, nicht ohne im Augenwinkel die Zuschauer zu bewundern, die fast auf dem Boden lagen vor Lachen.

Eine schöne Frau entstellt nichts

Kaum war das Kind auf der Welt (4180g und 55 Zentimeter erklären die erste Episode sicher ein bisschen), folgte die zweite harte Prüfung. Mein wunderbarer Mann hatte an alles gedacht, um uns aus der Klink abzuholen. Decke, Kissen, Maxi-Cosi, Kleidung fürs Kind. Als ich ihn fragte, wo denn meine Kleidung sei, wurde er naja sagen wir mal etwas blass um die Nase. Die Klamotten mit denen ich das Krankenhaus betreten hatte, waren ganz fürsorglich schon daheim auf der Wäscheleine gelandet, es blieb mir nur der Schlafanzug. Jetzt denkt man, was stellt sie sich an, mit einem dunklen Schlafanzug und Jacke drüber, geht das schon. Aber nein!! Ich hatte nur noch das letzte Hemd, in das mein Bauch passte dabei. Ein geringeltes Nachthemd, das auf dem Bauch von einem netten Hund verziert war. Weiß, mit einer pinken Schleife im Haar, aus Pailletten. Das Motiv kennt ihr ja schon vom Beitragsbild. Kein Problem so aus dem Krankenhaus zum Auto zu gehen, oder?

Peinliche Geruchsfallen auf der Autobahn

Die erste Reise mit dem Baby brachte direkt die nächste Gelegenheit, sich abzuhärten. 6 Stunden Fahrt zu Dritt in der sehr gebrauchten A-Klasse, der Beifahrersitz ausgebaut, weil der Kinderwagen nicht in den Kofferraum passte, klingen in Elternohren ja schon nicht sehr spaßig. Hätte ich gewusst, dass wir bei dichtem Schneetreiben im Höllenstau auf der A9 landen und drei Stunden irgendwo im Altmühltal rumstehen würden, hätte ich den Besuch bei den Schwiegereltern abgesagt.

Brüllendes Kind, blank liegende Nerven, Rücksitzplatz und insgesamt schlechte Luft. Zuviel lüften ging nicht, wegen des Babys und des Schneetreibens. Und dann? Dann hat sie es getan. Mitten im Stau, keine Raststätte in Sicht, nichts ging mehr. *Katzong* war die Windel voll, wer auch immer sich vorher larmoyant über die Luft im Auto beklagt hatte, wusste jetzt was wirklich stinkt. Wickeln und Popo putzen im stehenden Auto, ist ja schon eine Herausforderung, die habe ich bestanden. Und dann? Wohin mit dem stinkenden Ungetüm (nein, nicht das Kind- DIE VOLLE WINDEL). Ich sag es ganz ehrlich, ich habe sie aus dem Fenster geworfen, das war keine Umweltverschmutzung, das war Notwehr. Im Auto hinter uns haben sie den Kopf geschüttelt, ich war peinlich berührt aber auch sehr erleichtert.

Peinlicher Zwischenfall bei IKEA

Unsere Kleine hatte noch nie einen besonders stabilen Magen. Unter einem Jahr hat sie gewissermaßen jede Gelegenheit ergriffen, um den Mageninhalt in den unschönsten Situationen wieder los zu werden. Verschiedene Möbelhausrestaurants gehören zu den Schauplätzen, die ich nicht so leicht vergessen werde. Umstehende Kunden waren meist nett und verständnisvoll, manchmal auch angewidert, wer kann es ihnen verdenken. Bei Ikea hatte Anna voll zugeschlagen und eine nette, besorgte Mutter half mir den gröbsten Schaden zu beseitigen, war besorgt über den Gesundheitszustand des Kindes, informierte die Putzkolonne. Anschließend empfahl sie mir, direkt zum Kinderarzt zu gehen. Ich war zu gestresst um ihr zu erklären, dass solche Situationen für uns zum Alltag gehören und das Anna sicher nicht krank ist.

Stattdessen nickte ich und zog mit meinem nicht mehr besonders taufrischen Kind (T-Shirt fast sauber, dazu die noch trockene Strumpfhose, die stark verunreinigte Hose in der Tasche) weiter. Jaaahaaa, natürlich bin ich noch alles besorgen gegangen, weshalb ich 30 Kilometer zu IKEA gefahren war. Jaaahaaa, das war nicht so toll mit der stinkenden, kleinen Dame durch den IKEA zu ziehen, aber hey als Mutter muss man pragmatisch sein. So und jetzt dürfen alle mal raten, wer eine halbe Stunde später kopfschüttelnd an der Kasse hinter uns stand….

Last not least, das peinliche Knoblauch Ereignis

In meiner Einleitung habe ich geschrieben, dass ich diese Top 5 jetzt mache, weil das Kind langsam groß wird, wenn ich aber genau nachdenke fällt mir auf, dass ein absoluter Knaller erst vor ein paar Monaten passiert ist. Ich hatte an diesem Tag viel Knoblauch gegessen, ich liebe Knoblauch, aber sagen wir mal mein Körper reagiert darauf nicht sehr sozial verträglich. Wir Mädels waren in der Stadt unterwegs und ich nutzte jeden von Fremden unbeobachteten Moment um etwas gegen meinen akuten Blähbauch zu unternehmen. Das Kind kicherte, ich entschuldigte mich und alles war sehr harmonisch. Als wir auf der Rückfahrt in die total überfüllte U-Bahn einstiegen, wurde es wirklich anstrengend. Laut, warm, eng. Einige Stationen später waren die meisten Leute ausgestiegen, es herrschte wirklich Stille, nur es roch ganz verboten. Was macht mein Kind? Sie krakeelt: „Mama, hast Du etwa schon wieder gepupst, hier riecht es wirklich sehr streng!“ Alle Menschen in der Bahn drehen sich zu mir um. ALLE. Ich war knallrot, hatte Atemnot und dann hab ich laut gesagt: „Nein, ich war das nicht!“ (Das ist die Wahrheit!) Von schallendem Gelächter verabschiedet haben wir an der nächsten Haltestelle die Bahn verlassen.

 


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