Viele Eltern kennen das Problem- unsere Kinder hören einfach nicht richtig zu. Kennen Sie den Effekt der völlig ungehörten Botschaft, auch von ihrem Ehepartner oder von Kollegen? Dann liegt das Problem vielleicht beim Sender, nicht beim Empfänger. Natürlich können wir von großen Zuhörern mehr Aufmerksamkeit erwarten, darum möchte ich mal darüber schreiben, wie ich versuche mir beide Ohren meiner Tochter zu sichern.

Ich kann sagen was ich will, es kommt nicht an

Ich hatte immer wieder Probleme damit, dass an meiner Tochter komplette Sätze vorbei zu rauschen scheinen, das galt nicht nur für klassische „Erziehungsbotschaften“, wo man sich sicher sein kann, dass die Kleinen einfach mal auf Durchzug schalten, sondern auch für durchaus interessante Botschaften, wie die Ankündigung eines tollen Ausflugs.

Dann habe ich beobachtet, wann ich was erzählt habe und kam zu dem Ergebnis, dass meine Botschaften vor allem Nachmittags völlig unter gehen. Eigentlich kein Wunder, denke ich mir so im Nachhinein. Ich stehe in der Küche, das Kind ist im Spiel vertieft oder müde vom Kindergarten und was ich sage, geht einfach unter. Sachen die ich ihr morgens sage, wenn wir noch zu zweit im Bett abhängen- bleiben meist im Kopf.

Erster Tipp: Verbindung herstellen, damit die Botschaft landen kann

Zeit lassen, die Arbeit weglegen, das Handy aus der Hand. „Hör mal bitte kurz zu“ neben sie setzen, oder in die Knie gehen. Auf Augenhöhe sein, erhöht sofort die Aufmerksamkeit. Normalerweise verhält mein Kind sich wie ich und legt ihre aktuelle Beschäftigung weg.

Dann bringe ich meine Botschaft unter“ Das Essen ist gleich fertig, ich möchte das Du jetzt Hände waschen gehst“. Bei wichtigen Dingen lasse ich durchaus den Satz wiederholen: „So, jetzt spielen wir Papagei“- dann kann ich überprüfen, ob alles angekommen ist.

Positive Verstärkung fördert die Aufmerksamkeit

Wenn mir aufgefallen ist, das eine meiner Botschaft besonders gut behalten wurde, feier ich das. Zum Beispiel, wenn meine Tochter mich in der Kindergartenhektik daran erinnert, dass ich noch sagen wollte wer morgen zu Abholung kommt. Dann belohne ich sie mit einem dicken Lob und sage ihr, wie gut ich das finde. Auf diese Art wird dem Kind auch deutlich, dass gut zuhören etwas Wertvolles ist. Für mich übrigens etwas sehr Wertvolles, ich merke wie schlecht mein Gedächtnis in diesen Dingen ist und freue mich aufrichtig über Unterstützung dieses unverbrauchten Kindergehirns! 😊

Nur nicht ärgern, wenn es nicht klappt

Klar. Der Rat Fehlschläge mit Humor zu nehmen, ist eigentlich überflüssig. Wer im Umgang mit Kindern den Humor verliert, der ist hoffnungslos verloren. Jeder Erziehungstrick hat normalerweise eine Art Halbwertzeit, dann läuft er ab und man muss sich etwas Neues ausdenken. Verhaltensänderungen, wie das gute Zuhören, sind wirklich schwierig zu erreichen.

Wichtig auch im Umgang mit Ehemännern und Kollegen ist, dass es nicht bedeutet nicht ernst genommen zu werden, nur weil die Botschaft die man sendet nicht ankommen. Man muss einfach immer in Betracht ziehen, was die Empfänger so alles im Kopf oder um die Ohren haben. Ich bin eine ganz Schlimme… ich bestätige teilweise sogar was mir gesagt wurde, mit einer kurzen Antwort und kann mich aber beim Teufel nicht an das Gesagte erinnern, wenn ich viel um die Ohren habe.

Wahrscheinlich geht es meinem Kind manchmal ähnlich, auch wenn sie statt Steuererklärung und Unternehmenspräsentation, Paw Patrol und die unschöne Diskussion mit dem Flegel aus dem Kindergarten im Kopf hat. Busy ist sie trotzdem.

 


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