Wenn meine Kinder am Abend nicht ins Bett wollen, dann packen sie alles an Kreativität aus, was sie auf dem Kasten haben. „Sie haben Hunger, Durst, müssen noch fünfmal zur Toilette, wollen noch kurz dem Teddy einen Schlafplatz suchen, oder die Oma anrufen um „Gute Nacht“ zu sagen.

Ich habe wirklich lange darüber gegrübelt, wie ich das unterbinden soll. Ich kann doch meinen Kindern nicht verbieten, auf die Toilette zu gehen? Oder einen Schluck Wasser verweigern, auch wenn es der zehnte ist? Ist es nicht auch wirklich niedlich, dass der Teddy noch einen Schlafanzug braucht?

Am Ende fühlte ich mich verarscht und war müde. Gleichzeitig! Deshalb entstand häufig ausgerechnet am Abend eine unschöne Atmosphäre, was dem schnellen Einschlafen auch nicht gerade dienlich war.

Ich habe zunächst angefangen, meinen Kindern Verbote auszusprechen: „Nein, es gibt kein Glas Wasser mehr- Oma können wir morgen anrufen -der Teddy hat ein dickes Fell, der schwitzt nur, wenn er einen Schlafanzug trägt“-  ich erntete großen Protest und fühlte mich grausam.

Dann habe ich beschlossen, wie immer wenn ich nicht weiter weiß, einfach offen mit den Kindern zu reden: „Ich glaube Dir nicht, dass Du immer noch Durst hast. Du hattest bereits drei Gläser Wasser. Was ist denn wirklich los? Ich glaube Dir, dass Du noch etwas brauchst, aber sicher kein Wasser. Was möchtest Du wirklich?“ Wenn das Kind darauf keine Antwort hat, habe ich eine gute Nacht gewünscht und darauf bestanden, dass geschlafen wird. Mit der Zeit haben sich meine drei Kinder alle auf dieses Verhalten eingestellt und sie denken nach was wirklich fehlt.

Meiner Zweijährigen habe ich öfter mal eine Auswahl gegeben: “Möchtest Du noch ein bisschen Gesellschaft? Bist Du noch nicht bereit, Deinen Tag zu beenden? Soll ich Dir noch eine nette Idee sagen, an die Du beim Einschlafen denken könntest?“

Das hat sich super eingespielt und klappt seitdem sehr gut. Generell muss ich sagen, dass Gespräche auf Augenhöhe immer am besten klappen. Auch wenn ich mal ruhig und vernünftig formulieren kann und muss, was mich nervt. Aber es ist immer total schön, wenn wir gemeinsam Lösungen finden.

Klar habe ich immer Angst, meine Kinder zu überfordern, wenn ich so aus der „gute Mutti“ Rolle aussteige, aber meine Erfahrung sagt ehrlich, dass die Kinder sich wahnsinnig strecken und über sich hinauswachsen, wenn sie so ernst genommen werden. Ich will hier nicht zu viel klugscheißen, es gibt trotz allem massenhaft Themen, die wirklich schlecht laufen bei uns…

Ingrid Mutter von zwei ausgebufften Jungs und einer erfinderischen Tochter, aus München

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