Ein ganz normaler Morgen

Das ich nicht so die Bild-Künstlerin bin, kann man sowohl meinem Blog, als auch dem Instagram Kanal „Muttiglueck“ klar ansehen. Da ich aber ja den Anspruch habe, das Leben als Mutter ungeschminkt zu schildern, finde ich das auch einfach nicht so wichtig.
Heute habe ich allerdings ALLES gegeben, eine Situation inklusive meiner Gefühle in einem Bild zusammen zu fassen. Meine Tochter war heute früh plötzlich verschwunden, um sich nach eigenem Bekunden die „Zähne zu putzen“. Als ich, in herrlicher Ruhe, meinen Kaffee ausgetrunken hatte, mich ohne eine Unterbrechung anziehen konnte und die Kindergartenbrotzeit in der Dose sortiert war, begann ich mir Sorgen zu machen, ob zu intensives Zähneputzen nicht auch schädlich sein könnte für ein kleines Mädchen.

Eine Frau sieht rot

Und natürlich kennt jede Mutter das Gefühl, das in einem hoch steigt wenn es über lange Zeit einfach zu ruhig ist, weil in der Regel dann Schuhcreme an der Wand klebt, das Kind mit der Schere überprüft ob Strom auf der Steckdose ist oder sich das Handy von Mama geschnappt hat und mal versucht was man so alles damit anstellen kann.
Ich schleiche also auf Zehenspitzen ins Bad und sehe meine Tochter, kniend vor ihrem Waschbecken. Sie kniet in 2 cm Seifenschaum, alle Kleider sind nass und im Waschbecken klebt eine halbe Tube der guten Weleda Kinderzahnpasta.
Wie Kater Tom, der entdeckt das Jerry-Maus seine Leckerli futtert, schoss mir die Wut in den Kopf. Ich habe ernsthaft erwartet, dass sich das Volumen meines Kopfes um 50% vergrößert und heißer Dampf aus den Ohren schießt.

Aber nein ich bin eine gute Mutter, nichts da. Ich war gut, so gut.

Ich habe mich hingekniet und ihr in der zuckersüßesten Stimme die ich im Repertoire habe, sehr leise gesagt:
Ich bitte Dich, nicht mehr die Zahnpasta einfach so ins Waschbecken zu drücken. (Ich habe in den letzten 10 Wochen fünf Tuben Kinderzahnpasta gekauft 19,95 € insgesamt- Waaas? Wieviel? Verdammt, ich hätte das nicht ausrechnen dürfen)
Habe ihr erklärt, wie teuer die ist und sie gebeten, mir zukünftig einfach zu sagen, wenn sie im Bad rumplanschen will. Dann machen wir das Nachmittags im Badeanzug und nicht morgens auf dem Weg in den Kindergarten und so weiter. Die Supernanny Katja Saalfrank hätte mich umgehend als persönliche Assistentin gebucht, wenn sie mich hätte nur sehen können. Was meine Tochter gemacht hat? Gute Frage.

Showdown mit Happy End

Sie hat mich wütend und beleidigt angekeift, dass sie hier nur Experimente machen will und es wäre schon wirklich schlimm zuhause, weil sie NIE irgendwas darf. Sie würde einfach testen, was wie schäumt und was das Wasser dann macht. Dann stampfte sie beleidigt von dannen.
Natürlich habe ich sie angebrüllt, ob es denn sein kann, dass ich mich bemühe nicht zu schimpfen und sie dann sauer auf mich ist. Alles falsch gemacht, ich weiß Katja- ich bin halt doch einfach ein temperamentvoller Mensch. Vor allem letzteres.

So weit, so schlecht. Zumindest haben wir eine, wie ich finde schöne Tradition, wenn wir uns streiten. Wir setzen uns hin, entschuldigen uns gegenseitig, für das was wir falsch gemacht haben und vertragen uns wieder.
Dann haben wir darüber gesprochen, dass es eigentlich schon cool ist, wenn sie Experimente macht und in einer idealen Welt sollte sie immer dafür Zeit haben… Das Ende vom Lied ist, dass ich ihr einen Laborkittel kaufen und ihr bei den Vorbereitungen helfen soll, damit sie auch ENDLICH Experimente mache kann, wie Bert aus der Sesamstraße.

Das wird aber auch Zeit, sage ich und bestelle einen Kinderkittel auf Amazon. Warum gewinnen die kleinen Monster eigentlich immer??? Aber die Zahnpasta, die versteck ich dann!!

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